Zwänge

Der Begriff "zwanghaftes Verhalten" umfasst ein breites Spektrum an Verhaltensweisen. Darunter fallen vollkommen harmlose Angewohnheiten - wie bestimmte Begrüßungsrituale innerhalb der Familie - aber auch kraft- und zeitraubende Verhaltensmuster, die den Alltag des Betroffenen stark beeinflussen können. Der Übergang von "normalem" zu "zwanghaftem" Verhalten verläuft oft fließend und ist von außen entsprechend schwer zu erkennen.

Je stärker das zwanghafte Verhalten von dem sonst üblichen Verhalten abweicht und je mehr es den Betroffenen in seinem alltäglichen Leben behindert und einengt, um so eher wird man von einer Störung oder Erkrankung sprechen.

Viele Betroffene versuchen dem Zwang anfangs zu  widerstehen. Sie unterdrücken beispielsweise so gut es geht das Bedürfnis, sich ständig die Hände zu waschen oder dauernd die elektrischen Geräte in der Wohnung zu kontrollieren. Die Angst vor der eigenen Angst hindert die Betroffenen daran, ihr zwanghaftes Verhalten vollständig zu unterlassen. Ein solcher Kampf kostet viel Energie und führt häufig zu einer totalen Erschöpfung. Dadurch können die Betroffenen ihren Alltag immer schlechter bewältigen und fühlen sich zudem oft niedergeschlagen, mut- und hoffnungslos. Zudem vermeiden sie alle Aktivitäten, die ihre Zwänge möglicherweise verstärken und ziehen sich so immer weiter aus ihrem sozialen Umfeld zurück.